Die Akte Epstein

Für alle, die in den letzten Jahren geschlafen haben oder nicht sehen wollten – und für die die Vorstellung kaum auszuhalten ist, dass die selbsternannte Elite dieses Planeten generationsübergreifend, systematisch und organisiert in schwerste Verbrechen verstrickt sein könnte: ein notwendiger Reminder.
Vor rund 25 Jahren wurde in Belgien gegen Marc Dutroux ermittelt. Er wurde wegen Entführung, sexuellen Missbrauchs und Mordes an mehreren Kindern verurteilt. Diese Verbrechen sind belegt. Dutroux agierte im Umfeld von Brüssel, dem politischen Machtzentrum der Europäischen Union. Was bis heute nicht aufgeklärt ist, ist nicht das Ob seiner Taten, sondern das Wie und in wessen Umfeld sie möglich waren.
Im Laufe der Ermittlungen starben 27 Zeugen. Darunter befanden sich auch Ermittler und Personen aus Justizkreisen. Die Todesumstände wurden nie vollständig, transparent und widerspruchsfrei aufgearbeitet. Eine solche Häufung hätte in jedem funktionierenden Rechtsstaat eine unabhängige Großuntersuchung auslösen müssen. Das ist nicht geschehen.
Der zuständige Staatsanwalt Hubert Massa, der zeitweise gegen Dutroux ermittelte, starb 1999. Offiziell wurde sein Tod als Suizid eingestuft. Bis heute bleiben Fragen offen. Nicht, weil etwas bewiesen wäre – sondern weil nie ernsthaft zu Ende untersucht wurde.
Dutroux selbst erklärte in einer umfangreichen, vor Gericht verlesenen Aussage wiederholt, Teil eines größeren Netzwerks gewesen zu sein. Er sprach von Rückendeckung „ganz von oben“. Er nannte Politiker, einflussreiche Persönlichkeiten, Vertreter aus Wirtschaft und Gesellschaft. Diese Aussagen wurden protokolliert – aber nicht bis zu ihren möglichen Konsequenzen verfolgt. Der Fall wurde abgeschlossen, bevor alle Spuren ausermittelt waren.
Ein weiterer reminder: Am 3. August 2009 schrie das mexikanische Model Gabriela Rico Jiménez in der Lobby eines Hotels sichtbar verstört: „Sie essen Menschenfleisch.“ Der Vorfall wurde kurz medial aufgegriffen und rasch als psychischer Ausnahmezustand eingeordnet. Eine ernsthafte, transparente Rekonstruktion dessen, worauf sich ihre Aussage bezog, fand nicht statt. Nach diesem Vorfall verschwand sie aus der Öffentlichkeit. Über ihren weiteren Verbleib gibt es keine verlässlichen, öffentlich zugänglichen Informationen.
Es existieren zahlreiche Videos und Zeugenaussagen aus unterschiedlichen Ländern, Jahrzehnten und gesellschaftlichen Schichten. Inhalte: organisierter sexueller Missbrauch, extreme Gewalt, satanistische Rituale, Einschüchterung, Mord. Diese Videos sind schwer erträglich. Genau deshalb sind sie wichtig. Sie zeigen, dass es sich nicht um Einzelfälle handelt, nicht um einen Epstein hier und einen Dutroux dort, sondern um ein immer wiederkehrendes Muster.
In diesen Aussagen werden immer wieder dieselben Gruppen genannt: Politiker, Richter, Anwälte, Banker, Manager, Prominente, Mitglieder von Königshäusern, Prinzen und Prinzessinnen, hochrangige Wirtschaftsvertreter. Menschen, die Macht ausüben. Menschen, die über andere entscheiden. Menschen, die sich gegenseitig schützen.
Unabhängig voneinander beschreiben Zeugen weltweit dieselben Strukturen: abgeschottete Netzwerke, rituelle Gewalt, systematische Straflosigkeit, Drohungen gegen Aussteiger. Wer das reflexhaft als „Verschwörungstheorie“ abtut, hat sich die Inhalte entweder nicht angesehen – oder will sie nicht sehen.
Historisch ist belegt, dass satanistische und kultische Gewaltpraktiken existierten. Die Behauptung, dass solche Strukturen bis heute fortwirken, ist unbequem. Aber sie verschwindet nicht dadurch, dass man sie lächerlich macht oder tabuisiert.
Zwischen 2021 und 2023 verschwanden in der Europäischen Union über 50.000 minderjährige Flüchtlingskinder aus offiziellen Registern. Niemand kann erklären, wo sie geblieben sind. Niemand übernimmt Verantwortung. Auch das ist kein Beweis für ein einzelnes Verbrechen – aber ein weiteres Puzzleteil in einem Gesamtbild massiven systemischen Versagens.
Ich schreibe das nicht, um Angst zu erzeugen. Ich schreibe das, weil Wegsehen nichts mehr mit Vernunft zu tun hat. Wer sich diese Videos anschaut, versteht, dass es hier nicht um Fantasie geht, sondern um Macht, Kontrolle und Gewalt. Und darum, dass genau jene, die über uns stehen, sich seit Jahrzehnten gegenseitig decken.
Das ist ein Aufweckruf. Die Welt ist nicht so, wie wir gelernt haben, dass sie ist. Und wer das nicht sehen will, schützt nicht sich selbst – sondern die Täter.
gesehen bei Iva Samina