Erstmal etwas ganz Grundsätzliches: Wenn etwas in dir noch nicht geheilt ist, hörst du nicht mit deinen Ohren – du hörst mit deinen Triggern, mit deinen Wunden.
Manchmal regt uns etwas auf, weil wir so fest an unserer Sichtweise hängen. Weil wir uns mit unserer Meinung identifizieren, als wäre sie unsere Sicherheit. Dann beginnt sich der innere Aufruhr auf den anderen zu richten. Wir regen uns über den anderen bzw. über das, was wir von ihm denken, auf:
«Wie kann der nur? Habe ich mich so im anderen getäuscht?»
Was wir als Angriff erleben, ist oft die Erschütterung einer inneren Überzeugung.
Trigger verzerren unsere Wahrnehmung.
Ein harmloses Wort, ein Denkanstoß, ein Impuls kann wie ein Angriff wirken – nicht, weil es verletzend war, sondern weil es etwas Altes berührt hat, das noch schmerzt.
Heilung beginnt, wenn wir innehalten.
Wenn wir nicht sofort reagieren, sondern spüren:
Was sagt mein Gegenüber wirklich – und was interpretiere ich hinein?
Was gehört zum Jetzt – und was ist ein Echo von damals?
Zuhören wird dann zu einer Praxis der Präsenz.
Ein Raum, in dem echtes Verstehen möglich wird.
Und Heilung.